46 Millionen Fans – 0 Verständnis für Rassismus: DFB startet Projekt in Berlin

DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Staatsministerin Reem Alabali-Radovan, Antirassismusbeauftragte der Bundesregierung und der 43-malige Nationalspieler Gerald Asamoah haben heute in Berlin beim Steglitzer Amateurklub SFC Stern das Anti-Rassismus-Projekt des Deutschen Fußball-Bundes zur EURO 2024 vorgestellt

Es basiert auf zwei Säulen: einer Mitmachaktion für Fußballfans sowie der Entwicklung und Umsetzung eines Maßnahmenpakets, das bis Ende 2025 pilotiert und dann nachhaltig und wirksam zur Anti-Rassismus-Arbeit in Amateurvereinen beitragen soll. Beide Projektbestandteile werden von der Antirassismusbeauftragten gefördert.

„Ich freue mich, heute unser neues Anti-Rassismus-Projekt vorzustellen. Der Fußball hat eine starke Stimme. und eine große Verantwortung. Fußball ist für alle da und deshalb unvereinbar mit Rassismus und Diskriminierung. Unsere Kampagne ist ein weiterer Beitrag zu einer offenen und toleranten Gesellschaft“, sagte Neuendorf.

„Rassistische Anfeindungen sind schlimmer Alltag für viel zu viele Menschen in unserem Land, auch im Sport, auf und neben dem Fußballplatz. Darum ist es wichtig, dass der DFB hier ein Zeichen setzt und entschlossen gegen Rassismus eintritt, auch in den eigenen Strukturen. In unserem gemeinsamen Projekt werden Antirassismus-Trainings für Amateurvereine entwickelt – gemeinsam mit Trainerinnen und Trainern, Betroffenen, Verbandsmitgliedern sowie externen Expertinnen und Experten. Mit unserer Kampagne „Fußballzeit ist die beste Zeit gegen Rassismus“ tragen wir eine starke Botschaft auf die Plätze, in die Vereinsheime und Stadien: Wir dulden keinen Rassismus, nicht im Sport und nirgendwo sonst“, sagte Reem Alabali-Radovan zum Kampagnenauftakt.

„Ich habe als aktiver Spieler selbst immer wieder Rassismus erlebt – auch im Fußball. Ich weiß, wie schmerzvoll diese Erfahrungen sind, wie sehr sie dich treffen. Jetzt haben wir 2024 und sprechen noch immer über dieses Thema, eben weil es noch immer präsent ist. Deshalb dürfen wir nicht wegschauen. Ich freue mich sehr, dass der DFB dieses Projekt initiiert und kann nur jeden aufrufen, sich aktiv einzusetzen, Zivilcourage zu zeigen und sich zu engagieren. Ich glaube fest daran, dass der Fußball und speziell die Vereine überall in Deutschland entscheidend dabei helfen können, Rassismus aus der Gesellschaft zu verbannen und für ein vielfältiges Miteinander zu sorgen“, sagte Gerald Asamoah in Berlin.

Fußballfans im ganzen Land sind nun aufgefordert, mitzumachen. Während der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ (11.-24. März 2024) und darüber hinaus kann die Fußballfamilie ein starkes Zeichen gegen Rassismus setzen. Fotos mit gekreuzten Händen symbolisieren das „Aus-X-en“ des Rassismus, die Bilder können in den sozialen Netzwerken geteilt werden.

Neben der Mitmachaktion bildet ein Maßnahmenpaket die zweite Säule des Anti-Rassismus-Projekts, das gemeinsam mit den Kooperationspartnern Nordostdeutscher Fußballverband e.V., Makkabi Deutschland e.V. und dessen Bildungsnetzwerk “Zusammen1” umgesetzt wird. Im Rahmen des Projekts werden antirassistische Maßnahmen speziell für den Amateurfußball entwickelt und in der Pilotregion des Nordostdeutschen Fußballverbands in interessierte und ausgewählte Amateurvereine getragen.

Unter dem Slogan „Fußballzeit ist die beste Zeit gegen Rassismus“ erweitert das in Berlin vorgestellte Projekt die Dachmarkenbotschaft FUSSBALLZEIT mit einem inhaltlichen gesellschaftspolitischen Ansatz. Der DFB stellt interessierten Vereinen auf Wunsch Eckfahnen mit dem Anti-Rassismus-Motiv zur Verfügung.