Titel verteidigt: Graudenz macht den Unterschied – Teutonia 05 ringt Sasel nieder!

03.06.2023 – Titelverteidigung geglückt – aber nach einem ganz harten Kampf! Der FC Teutonia 05 hat sich erneut die Krone im Hamburger LOTTO-Pokal aufgesetzt und gegen den TSV Sasel denkbar knapp mit 1:0 die Oberhand behalten!

Vor 3961 Zuschauern im Stadion Hoheluft feierten die „Kreuzkirchler“ den Triumph unter dem Slogan: „Bei anderen wie Lotto, bei uns inzwischen Motto!“ Interims-Cheftrainer Richard Krohn wurde bei der anschließenden Pressekonferenz von seinen Spielern Max Brandt und Jurek Stoeck dementsprechend ordentlich „geduscht“.

Die fünfminütige Nachspielzeit war bereits in vollem Gange, als der FC Teutonia 05 noch einmal zu einem Angriff ansetzte. Bis zu jenem Zeitpunkt begegneten sich der TSV Sasel und der favorisierte Regionalligist auf Augenhöhe. Nicht nur das. Bis zu eben jenem Moment konnte der frisch gebackene Hamburger Meister das LOTTO-Pokalfinale komplett offen gestalten. Doch dann: Fabian Graudenz leitete den letzten Vortrag vor dem Pausenpfiff selbst ein – und urplötzlich fiel ihm die Kugel wieder vor die Füße. Zwar konnte Marc-Oliver Timm eine Hereingabe von Fabian Istefo noch blocken, aber dadurch stand Graudenz zehn Meter vor dem Tor komplett blank und jagte das Spielgerät unter die Latte – 0:1 (45. +5)!

Ein herber Nackenschlag für die Mannen vom Parkweg, die in einem Finale auf fußballerisch hohem Niveau die ersten Halbchancen verzeichnen konnten. Jean-Lucas Gerken aus der zweiten Reihe (5.) und der Ur-Saseler Nico Zankl (13.) konnten das Runde allerdings nicht im Eckigen unterbringen. Eine gute halbe Stunde lang hatte Sasel ein optisches Übergewicht – doch dann kamen die Kicker von der Kreuzkirche immer besser in die Partie. Fabian Istefo zielte nur haarscharf am langen Toreck vorbei (33.), ehe TSV-Torsteher Anton Lattke gegen den freistehenden Ole Wohlers reflexartig den rechten Arm hochriss und den Einschlag verhinderte (42.).

Der Wirkungstreffer unmittelbar vor dem Gang in die Kabinen schien bei den Zankl-Zockern tatsächlich selbige hinterlassen zu haben. Denn Teutonia startete druckvoll in den zweiten Abschnitt. Istefo donnerte das Spielgerät nach einem Zuspiel von Max Brandt an den rechten Innenpfosten (55.). Während Wohlers abermals am stark reagierenden Lattke hängenblieb und Graudenz in höchster Not von Benjamin Lucht geblockt wurde (57.). Auch gegen den gerade erst eingewechselten Affam Ifeadigo blieb der Saseler Schlussmann im Eins-gegen-Eins Sieger (64.).

Der Regionalliga-Vierte drängte nun auf die Vorentscheidung – und wurde um ein Haar ganz kalt erwischt: Eine Stunde war im Stadion Hoheluft vorüber, als Deran Toksöz nach einer Flanke von Samuel Hosseini und geschickter Ablage von Kjell Ellerbrock den Ausgleich auf dem rechten Schlappen hatte, aber aus 13 Metern das linke untere Eck verfehlte! Etwas spitzer war der Winkel für „Joker“ Lukas-Gabriel Kourkis gut zehn Minuten vor Ultimo. Vorbei! Sasel versuchte noch einmal alles, stemmte sich mit Leibeskräften gegen die drohende Niederlage. Aber vergeblich! Brandt (87.) und Pascal Steinwender (89.) verpassten kurz vor Schluss noch die endgültige Entscheidung.

Es folgte ein letzter verzweifelter Abschluss von Timm (90. +4) – und darauffolgend der Schlusspfiff. Tosender Jubel auf der einen, tiefe Trauer auf der anderen Seite. Wenngleich der lautstarke Anhang der Saseler die Mannschaft auch einige Zeit nach Abpfiff noch für eine trotz der Finalniederlage grandiose Saison feierte und Danny Zankl nach neun Jahren im Amt einen mehr als nur würdigen Abschied bereitete…

Danny Zankl, Trainer TSV Sasel: „Das ist bitter. In diesem Moment ist der Kopf noch unten, aber das Rückgrat ist da. Es war mehr drin. Wir sind gut ins Spiel reingekommen, der Matchplan ist eigentlich auch aufgegangen. Leider haben wir dann eine Phase entwickelt, wo wir zwei, drei Bälle zu viel mit der Sohle und zu langsam gespielt haben. Das ist für einen Regionalligisten gefundenes Fressen. Dennoch kann man mit einem 0:0 in die Halbzeit gehen. Doch dann kommt die fünfte Minute der Nachspielzeit, wo wir kurz vor einem Eckball sind und dann leider drei individuelle Fehler machen, die zum Gegentor führen. Das hat wehgetan! Wir wussten, dass wir aufgrund der fehlenden Matchpraxis athletische Nachteile haben werden. Wir können das 0:2 fressen, aber auch das 1:1 machen. Dieses Momentum konnten wir nicht ausnutzen, haben aber alles in die Waagschale geworfen. Leider sollte es am Ende nicht sein. Glückwunsch an Teutonia zum Titelgewinn, Gratulation an meine Jungs für ein geiles Jahr – und danke an alle Saseler für ein geiles Event!“

Richard Krohn, Trainer FC Teutonia 05: „Die letzten vier Wochen waren für mich persönlich natürlich sehr aufregend. Erst einmal ein riesen Kompliment für die Leistung an den TSV Sasel! Wir sind sehr schleppend in die Partie gekommen, aber mit der Zeit immer besser geworden. Der Zeitpunkt des Tores ist für uns natürlich perfekt gewesen. Dennoch wollten wir in der zweiten Halbzeit viel zielstrebiger und mutiger spielen. Das habe ich auch von meiner Mannschaft gesehen. Wir hatten das 2:0 auf den Füßen. Aber solange es ‚nur‘ 1:0 steht, ist es nicht so einfach und noch alles möglich. Meines Erachtens nach gab es dann eine Phase, wo es zu viel Pingpong war. Aber wir haben es dann wieder besser in den Griff bekommen und am Ende des Tages ist es ein verdienter Sieg. Aber Sasel hat uns eine Top-Leistung abgefordert!“

Christian Okun, HFV-Präsident: „In allererster Linie war das heute wieder Werbung für den Amateurfußball! Ich fand es ganz stark, wie die Gesamt-Atmosphäre gestaltet worden ist. Die Choreographien waren toll anzusehen. Ich freue mich auch sehr, dass das Spiel wieder im Rahmen des „Finaltag der Amateure“ in der ARD live übertragen wurde – aber auch über die tolle Schiedsrichter-Leistung. Ich gratuliere dem FC Teutonia 05 zum Sieg ganz herzlich und wünsche ein gutes Los im DFB-Pokal. Aber genauso gratuliere ich dem TSV Sasel und Danny Zankl zu einer tollen Saison. Den Erfolgsweg, den du in Sasel erzeugt hast, mit deiner Mannschaft und deinem Charakter, so viel nach vorne zu bringen, und solch eine Zuschauerkulisse als Oberligist zu erzeugen, das ist wirklich aller Ehren wert!“

Aufstellungen
TSV Sasel:
 Lattke – Grünberg (46. Umurhan), Lucht, Timm, Ellerbrock, Celikten – Hosseini (83. Ghubasaryan) – Gerken, Zankl, Toksöz (68. Kourkis) – Jeske (68. Nrecaj)
FC Teutonia 05:
 Liesegang – Coffie, Uphoff, Hertner (38. Siala) – Brisevac (46. Mirchev), Weidlich – Istefo, Brandt, Wohlers (74. Krasniqi), Berisha (62. Steinwender) – Graudenz (62. Ifeadigo)
Tor:
 0:1 Graudenz (45. +5)
Schiedsrichter:
 Alexander Teuscher (SC Eilbek) war ein sehr guter Leiter mit seinen  Assistenten Dominik Kopmann (FC Eintracht Norderstedt), Sandro Birkenhof (SC Eilbek) und dem Vierten Offiziellen Murat Yilmaz (FC Türkiye).