Skip to content

„Blitz und Donner“ war das Motto des Boxevents, den ECB Manager Erol Ceylan gemeinsam mit Sauerland Boxpromotion veranstaltete.

In der Tat gab es ordentlich Blitz (5 KOs, davon 3 für ECB-Boxer) und Donner (zwei Weltmeisterschaften, einen Intercontinental Titel, zwei Europameisterschaften)

Den Promi-Faktor gab es auch. Don King saß in der ersten Reihe, genauso wie Roy Jones Jr. Wie bekannt gegeben wurde, planen ECB und Ulrich Bittner einen Fight zwischen den Legenden Roy Jones und Firat Arslan und folgten damit einer Idee des Wiking Chefs Winfried Spiering.
Tyron Zeuge ist weiterhin der Weltmeister der WBA im Supermittelgewicht. In einem kurzen Gefecht gegen Isaac Ekpo gewann er durch TKO. Nach Potsdam ist es Zeuges zweiter Sieg gegen den Nigerianer. Der Kampf begann wie er endete. Mit einem überlegenen Tyron Zeuge. Der Berliner schoss seine Schlaghand in jede noch so kleine Lücke. Ende der ersten Runde musste der Nigerianer runter. Nur mit Mühe rettete er sich in die Pause. Zeuge setzte nach. Erneut musste Ekpo schwere Treffer nehmen. Nach 1:26 min in Runde zwei machte der junge Berliner den Sack zu. Daran konnte auch Don King nichts ändern. Der weltberühmte Boxpromotor mit der legendären Starkstromfrisur managt Ekpo und musste mit ansehen, wie Zeuge seinen Schützling TKO schlug.

Schon beim offiziellen Wiegen zeichnete sich ab, dass das Duell zwischen Sebastian Formella aus dem ECB Team und dem Wikinger Angelo Frank der heimliche Hauptkampf sein würde. Formella und Frank sind gebürtige Hamburger. Ihre riesige Fanbase verwandelte die edel-optics.de Arena zeitweise in Hamburgs schönste Partymeile. Der Fight war jeden Cent des Eintrittsgelds wert. Von der Freundschaft, die die beiden verbindet war im Ring nichts zu sehen. Formella ist im Superweltergewicht zu Haus, Frank boxt normalerweise eine Klasse tiefer im Welter. Ihre Manager Erol Ceylan und Winne Spiering hatten sich auf ein Catchweight von 68 kg geeinigt. Wie eine Bulldogge ging Frank nach vorn und versuchte Formella an den Ringseilen zu stellen. Das klappte nur selten, denn „Hafenbasti“, wie Formella von seinen Freuden gerufen wird, ließ sich nicht stellen. Frank wirkte übermotiviert. Zu überhastet verkürzte er die Kampfdistanz und verstellte sich selbst die gegnerische Trefferfläche. Ganz klar, es lief nicht gut für den Boxer des Wiking Teams. Frank fand keine Kampfbindung. Anders Formella; er tänzelte leichtfüßig und vor allem, er setzte immer den ersten Schlag. In der siebten Runde erwischte „Hafenbasti“ seinen Kumpel am Solarplexus. Coach Hartmut Schröder ging kein Risiko ein und warf das Handtuch. Durch seinen TKO-Sieg hält Formella nun den IBO Interkontinental-Titel und ist gleichzeitig neuer WBO Europameister.

In der anschließenden Pressekonferenz verkündete „Hafenbasti“, dass er zukünftig im Weltergewicht boxen möchte. Bekanntlich ist in dieser Gewichtsklasse Angelo zu Hause. Die Boxwelt und sicherlich auch Angelo Frank würden sich freuen, wenn es dann zu einer Revanche dieses tollen Fights käme.

Nicht nur Tyron Zeuge boxte um eine Weltmeisterschaft, sondern auch ECBs Karo Murat. In der Schlacht um die IBO Krone im Halbschwergewicht stand er dem 37 jährigen Travis Reeves aus Amerika gegenüber. Von seinen 19 Kämpfen verlor Reeves zwei. Murat unterlag in seinen 35 Kämpfen dreimal. Der Mann aus Baltimore hatte sich exzellente Verstärkung in die Ecke geholt. Hasim Rahman hatte Reeves auf den Kampf vorbereitet. Ihm gelang das Kunststück Lenox Lewis durch KO zu besiegen. Murat musste ohne ECB Headcoach Bülent Baser auskommen. Baser war mit seinen Schwergewichtlern Nikola Milacic und Hüseyin Cinkara unterwegs. Sie boxten zeitgleich im serbischen Novi Sad.
In dem spannendsten Kampf des Events gingen Murat und Reeves an ihre physischen Grenzen. Gleich in der ersten Runde schlug Reeves heftige Körperhaken. („Ich glaube, Reeves hat mir die Rippen gebrochen“ sagte Murat später). Ohne Frage, der Amerikaner war in der ersten Halbzeit am Drücker. Dann wendete sich das Blatt. Murat kam in den Infight und bearbeite Reeves mit brandgefährlichen Kopf- und Körperschlägen. Reeves fing an zu wackeln. Nur mit einer unglaublichen Willensleistung schaffte er es in die letzte Runde. Seinen unbändigen Willen zerbrach Murat im letzten Durchgang vollends und schickte ihm mit einem Schlaghagel zu Boden. Der umsichtige Kampfrichter brach ab.
„Auf diesen Boxer muss man achten! Er ist Hamburgs Megatalent im Schwergewicht.“ Ringsprecher Ingo Rohrbach kam ins Schwärmen, als er Agron Smakici vorstellte. Aber aus seinem vielfach erwarteten KO über Tornike Puritchamiashvili wurde nichts. Ohne Frage. Smakici war um Klassen besser, als der Georgier. Doch an dessen Betonkopf schlug sich der in elf Kämpfen ungeschlagene Boxer aus dem ECB Team die Handschuhe platt. Puritchamiashvili wollte einfach nicht umfallen. Am Ende gab es einen klaren Punktsieg. Dennoch war Agron unzufrieden. ECB Chef Erol Cheylan fand das Ergebnis gut: „Mit Puritchamiashvili hatte Agron endlich mal wieder einen Gegner, der ihn über sechs Runde forderte. Mission accomplished!“

In den weiteren Kämpfen
Weltergewicht 8 Rd: Klara Svensson TKO Rd. 4 über Mari Tatunashvili
Mittelgewicht 6 Rd: Araik Marutjan PS über Pavel Hryshkavets
Schwergewicht 6 Rd: Albon Pervizaj PS über Andre Bunga
Schwergewicht 10 Rd: Ali Eren Demirezen TKO Rd. 2 über Rad Rashid

Tyron Zeuge und Karo Murat sind Weltmeister – Sebastian Formella besiegt Angelo Frank

„Blitz und Donner“ war das Motto des Boxevents, den ECB Manager Erol Ceylan gemeinsam mit Sauerland Boxpromotion veranstaltete.